Mein Weg aus dem Übergewicht

OP-Bericht Bodylift

OP- Bericht Bodylift mit Anker-Abdominalplastik (Lockwood)

Am 23.11.2011 war es endlich soweit. Ich durfte in die Aukamm-Klinik Wiesbaden einrücken.

23.11. – 11 Uhr:

Ankunft in der Klinik. Nach keiner kurzen Anmeldung bekam ich gleich mein Zimmer zugewiesen und lernte meine Bettnachbarin kennen, die heute auch operiert werden sollte. Ich sollte alles in Ruhe auspacken und mich dann gleich umziehen (Engelshemdchen), ich wäre die erste auf dem Plan und gegen 12 Uhr würde man mich abholen kommen. Alles ausgepackt, noch ein paar Unterschriften geleistet, mitgebrachtes EKG abgegeben und umgezogen. Ich musste nur ein paar Minuten warten.

23.11. – 11:50 Uhr

Abholdienst zum OP. Die Nerven war angespannt , aber ich hatte alles gut im Griff. Zumindest bis ich die Hand meines Mannes am Aufzug loslassen und Tschüss sagen musste. Da kullerten dann doch ein paar Tränchen. Aber bei Ankunft in der OP-Schleuse ging es schon wieder. Die Vorfreude siegte. Hier musste ich noch ein paar Minuten warten, bevor die OP-Schwester kam und mir den Zugang legen wollte. Beim Wollte blieb es dann aber auch, weil meine Hände so kalt waren, dass weit und breit keine Vene zu sehen war. Nichts Neues bei mir. So musste ich mich erst mal auf die Eisgriffel legen und sie wärmen. Dabei hatte ich dann genug Zeit das rege Treiben im Vorraum zu beobachten und zu sehen, wie Patienten in und aus den OP-Sälen kamen und mit ihnen umgegangen wurde. Ich war positiv überrascht. Alle waren ruhig und freundlich und vorsichtig. Es wurde immer auf geschlossene Vorhänge beim umsteigen vom/ins Bett geachtet, ich fühlte mich gut aufgehoben.

23.11. 12:10 Uhr

Die Anästhesistin kam und ich fühlte mich sicher. Sie beschloss den Zugang selbst zu legen. Gesagt, getan. Rechten Arm geschnappt, abgebunden, getastet, gefunden und Spritze angesetzt. Spritze? Was das denn jetzt sei, fragte ich. Ach, meinte sie, die Zugänge tun doch immer ein bisschen weh, da betäubt sie die Einstichstelle lieber ein wenig. Ich habe sie angeguckt wie einen Marsmenschen. Das hatte doch bisher noch nie jemanden interessiert, ob Zugänge weh tun oder nicht, auch nicht nach dem 6. Mal stechen. Ich war völlig sprachlos. Aber mir sollte es recht sein. Ein kurzer Pieks, 30 Sekunden gewartet, Zugang angesetzt, zack drinnen. Ohne dass ich was merkte. Wenn das doch immer so wäre, seufz.

23.11. - 12:25 Uhr

Dr. Scholz kam zum Anzeichnen. Sofort fühlte ich die Anspannung weichen und wurde ruhiger. Er begrüßte mich herzlich und hatte seine OP-Schwester und eine junge Ärztin im Schlepptau (die sich das mal anschauen wollte) und fing sogleich an Muster in grün auf mich zu malen. Linien, Bögen, Straffierungen, Zahlen, ich sah lustig aus. Dann erklärte er der Ärztin was denn alles passieren sollte. Dann schneiden wir hier, und das dann ab, dann greifen wir mal beherzt zu und ziehen kräftig….örks „so genau will ich das gar nicht wissen“ sagte ich und alles lachte. Beim Schamhügel fragte Doc Scholz noch mal, ob er den denn auch mitmachen dürfte, denn er fände das ja schon doof, wenn ich mehr in der Hose hätte als er. Ich schaute ihn an und meinte nur: „DAS kann ich nicht beurteilen!“ Alles fing an schallend zu lachen. Er schaute mich an und sagte nur „ja, wer mit dummen Sprüchen um sich schmeißt braucht sich nicht zu wundern, wenn mal einer zurückkommt!“. Wir hatten also echt Spaß und es war eine ganz lockere Stimmung.

23.11. – 12:35 Uhr

Alle Schnittmuster waren fertig und ich bekam ein Beruhigungsmittel verabreicht, welches ich glaube ich gar nicht gebraucht hätte. Sofort wurde mir schwindelig und ich war fast wegetreten. Wie ich auf die Liege zum OP gekommen bin, kann ich schon nicht mehr sagen, aber ich war drauf.

23.11. – 12:45 Uhr

Die Narkoseärztin hatte ihre Arme um meinen Kopf gelegt und sagte, ich solle mal an Sonne und einen schönen Strand denken. Ich weiß das ich noch „das fällt mir nicht schwer“ sagte – und dann gingen die Lichter aus.

23.11. – 17:30 Uhr (glaube ich)

Ich war im Aufwachraum und mein Mann kam zu mir. So ganz war nicht noch nicht bei mir, da ich weder mitbekam, dass er fast 1,5 Stunden da war und ich ihm alles 3x erzählt haben muss. Aber ich weiß noch genau, dass ich gefroren habe wie verrückt. Richtiger Schüttelfrost, da klapperten regelrecht die Zähne. Eine Heizdecke sollte Abhilfe schaffen. Ich bekam mit, dass mein Blutdruck nicht in Ordnung war (90/45), ein Tropf lief und ich auf der Bettpfanne war. Schmerzen hatte ich keine.

Im Laufe der Nacht hatte ich ein automatisches Blutdruck-Messgerät an, das alle 15 Minuten den Blutdruck maß. Sehr störend, wenn man Schlafen möchte. Alle Schwestern waren super lieb und fragten alle paar Minuten, ob alles gut wäre, ich was bräuchte oder Schmerzen hätte. Schmerzen nicht direkt, eher wie Muskelkater, und schon bekam ich etwas dagegen. Etwas später bekam ich dann Tee zu trinken und noch einmal die Bettpfanne. Ich war erst so vorsichtig und wusste gar nicht wie die unter mich kriegen sollte. Als ich aber feststellte, dass das gar nicht weh tat, wenn ich den Po anhob, war auch das Problem beseitigt. Wunderbar.

Später in der Nacht erholte sich der Blutdruck langsam wieder und ich ließ mir doch noch mal ein Schmerzmittel geben, weil dann doch anfing zu ziepen und zu zwacken. Die Schwester sagte noch, dass sie mich lieber hier auf der Station lassen würden, da auf meiner keine Nachtschwester wäre, die alle paar Minuten nach mir schauen könnte. Ich meinte nur, egal wo mein Bett steht, Hauptsache schlafen. So bekam ich noch ein Schlafmittel und konnte tatsächlich schlafen.

24.11. – 5 Uhr

Ich kam auf Station zurück und schlief dort erst mal weiter. Die Messgerät kam ab und der Tropf auch. Dafür erwartet mich ein wunderschöner Blumenstrauß.

24.11. – 8 Uhr

Soweit ausgeschlafen war fühlte ich mal unter der Bettdecke, was da so passiert war. Trotz der dicken Manschette konnte ich fühlen, dass einiges nicht mehr da war, wo es vorher war. Grins. Leider aber auch 2 Drainagen direkt aus dem Schamhügel, bammel. Erst mal das Handy aktiviert und meinen Mann angerufen, der heilfroh war, dass ich mich endlich meldete.

24.11. – 8:15 Uhr

Endlich Frühstück. Ich hatte so einen Hunger. 36 Stunden sind halt doch lang. Zum Waschen richtete die Schwester mein Kopfteil auf, was keine gute Idee war. Mein Kreislauf bedankte sich mit starkem Schwummern im Kopf. Sofort bekam ich einen neuen Tropf angehängt, der das Ganze auch recht schnell beseitigte und ich endlich frühstücken konnte. Schmerzen weiterhin okay.

24.11. – 9 Uhr

Mein Mann kam zu Besuch und erzählte mir ein paar Details von der OP. Nach den geplanten 3 Stunden fragte er mal nach, wie denn der Stand der Dinge sei. Da hieß es, es würde leider etwas länger als geplant dauern. Panik machte sich breit. Warum? Nach der OP kam Dr. Scholz gleich zu ihm, um alles zu besprechen. Ich hatte stärker geblutet als erwartet, was die Arbeit erschwert und länger dauern ließ. Aber nichts Dramatisches. Doof war nur, dass meine Bettnachbarin, die ich bis dato schon vermisst hatte, nicht mehr dran kam und wieder nach Hause gehen musste, da der OP nicht lang genug frei gewesen wäre. Tat mir total leid, aber war ja keine Absicht. 4kg Haut seien weg gekommen und Jochen hatte auch schon Bilder davon gesehen. Nachts wäre dann mein Bett dezent (hüstel) durchgeblutet gewesen, so dass er die Flucht ergriffen hatte. Aber nach Rücksprache mit dem Arzt war alles im grünen Bereich.

24.11. – 12:30 Uhr

Mittagessen. Das wollte ich natürlich gerne im Sitzen zu mir nehmen. Naja, gut gedacht, aber leider die Rechnung ohne den Kreislauf gemacht. Grummel, also wieder zurück gesetzt und gefuttert. Schmeckte erstaunlich gut. Jochen fuhr dann erst mal heim und ich schlug mir die Zeit mit Fernsehen, lesen und schlafen tot. Einmal ließ ich mir Novalgin geben, aber das war es dann auch schon.

24.11. – 17 Uhr

Mein Mann war wieder da und Dr. Scholz kam zur Visite. Herzlich wie immer nahm er sich extrem viel Zeit und erklärte noch mal die OP und fing dann an den Verband zu wechseln. Sehr herzhaft wichen die Bandage und alle Pflaster. Er begutachtet alles genau und war sehr zufrieden. Und ich konnte den ersten Blick auf meinen neuen Bauch werfen. Mir blieb ja fast die Spucke weg. Flach! Einfach flach war er. Unvorstellbar! Ich ließ noch Bilder machen, damit ich dann noch mal genauer schauen konnte. Ein Blick auf die Blutmenge der Drainagen ließ dann folgendes verlauten: Super, die können schon raus. PANIK! Atmen sie mal tief ein – uuuuund…….ich dachte, ich müsste jemanden umbringen. Verdammt tat das vielleicht weh. Schlimmer als alles andere zusammen. Zum Glück wurden beide auf einmal gezogen, denn noch mal hätte ich ihn da nicht dran gelassen. Da wäre der Schlauch drin geblieben, bis er verfault wäre…..zum Glück ließ der Schmerz sehr schnell nach und auch das Bewegen fiel danach leichter und ziepte nicht mehr so. So wurden dann alle Wunden versorgt, Kompressen aufgelegt und eine neuer Gurt angelegt. Dr. Scholz war zufrieden und wies noch auf eine Stelle an der Seite hin, die noch ein paar Tage suppschen würde, aber das war es dann auch schon.

Natürlich die allentscheidende Frage gestellt: wann darf ich heim? Von mir aus morgen. Entscheiden sie selbst, wie sie sich fühlen. Sie können bleiben so lange sie wollen, nur geben sie mir bescheid, wenn sie heim fahren, damit ich nicht extra herkomme (ich war ja die einzige in dem Belegzimmer). Das war doch mal eine Aussage. Ich hätte ja seine Handynummer, unter der er Tag und Nacht erreichbar wäre. Wenn ich heim gehen würde, dann solle ich bitte noch mal kurz in der Praxis ein Rezept abholen kommen, damit zu Hause gut versorgt werden könne.

Dann zeigte er mir noch die Bilder der Hautlappen (sehr beeindruckend muss ich sagen) und versprach sie uns zu mailen.

24.11. – 18 Uhr

Ich musste auf Toilette. Und ich wollte nicht schon wieder auf die Pfanne. Also hakte ich mich bei meinem Mann und er Schwester ein und schaffte es tatsächlich bis aufs Ko und zurück. Welch wohltat. Auch wenn ich danach total platt war.

25.11. – 9:30 Uhr

Ab nach Hause. Da es mir recht gut ging, auch vom Kreislauf her, wollte ich natürlich nach Hause. Wer bleibt da schon freiwillig in der Klinik? Also packte mein Mann alles zusammen, wir bekamen noch einen Gurt zum Wechseln mit nach Hause, fuhren in der Praxis vorbei und geradewegs nach Hause.

Fazit: Ich habe es mir (jetzt knapp 2 Wochen nach OP) viel schlimmer vorgestellt mit den Schmerzen. Es heilt alles super, bis auf eine Stelle, wo sich die naht leider gelöst hat und nun die Haut abstirbt und sich neu bilden muss (Genau in der Pofalte die Ecke), aber dank guter Versorgung und Antibiotika heilt auch das langsam ab. Wird aber noch eine Weile dauern. Aber Schmerztechnisch habe ich Freitag nach der OP das letzte Mal schon was genommen. Ist alles zum Aushalten. Mein Kaiserschnitt war schlimmer.

Foto verwendet unter der Creative Commons Rosa Dik 009 - on & off  © 2012 Alle Rechte vorbehalten.

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