Mein Weg aus dem Übergewicht

Wiederherstellung

Rüsselsheim, den _______

Krankenkasse
z.Hdn.
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Antrag auf Kostenübernahme folgender Wiederherstellungs-Operationen: Bodylift (inkl. Schamhügel), Straffung der Brust, Oberschenkel und Oberarme





Sehr geehrter Herr XXX sehr geehrte Damen und Herren,

weg damit - bat ich im August 2009 und Sie haben mir die Chance mein Gewicht in den Griff zu bekommen und auf ein annähernd normales Maß zu reduzieren gegeben. Dafür heute noch einmal ein dickes Dankeschön.

Im November 2009 begann mein neues Leben in Form Ihrer bewilligten Schlauchmagen-Operation und meiner konsequenten Lebensumstellung in Bezug auf Ernährung und Bewegung, im Krankenhaus Sachsenhausen

Ich habe in dieser Zeit 63 kg verloren, was über 80% Übergewichtsverlust bedeutet. Mein BMI ist von 58,8 (November 2009) auf 30,2 (März 2011) gesunken. So zeigt meine Waage seit Anfang Dezember nur noch zwischen 68-69 kg statt 132,5 kg vor 1,5 Jahren an. Meine Kleidergröße ist von 56 auf 40 geschrumpft. Ohne Ihre Hilfe wäre mir das nie gelungen. (Anlage 1)

Somit habe ich die statistischen Erwartungen nach erfolgter Sleeve-Operation innerhalb 1,5 Jahren um mehr als 20% überschritten. Der durchschnittliche Gewichtsverlust beträgt 40-60% in zwei Jahren (Quelle: http://www.acsdev.info/op_methoden_schlauchmagen.html). (Anlage 2)

Mein Leben hat sich drastisch zum Positiven verändert. Fast alle meiner damals erhofften Erwartungen (Anlage 3) sind eingetroffen. Ich bin selbstbewusster geworden, viel agiler und beweglicher als früher, kann wieder mit meinem Sohn toben und mit Freunden weg gehen, ernte keine spöttischen Blicke mehr und fühle mich wie ein neuer Mensch, der jeden Tag dankbar sein neues Leben entdecken darf. Auch gesundheitlich ist alles in bester Ordnung, wie die regelmäßigen Laboruntersuchen belegen (Anlage 4).

Nur leider ist nicht alles eitel Sonnenschein. Und aus diesen Gründen ersuche ich Sie heute erneut um Hilfe, um mir ein 100% unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Denn leider sind 63kg Gewichtsverlust nicht spurlos an mir, bzw. meiner Haut, vorüber gegangen. Was zuerst vielversprechend begann, machte in den letzten Monaten leider doch „schlapp“. Wenn es nur kosmetische Aspekte wären, würde ich diese in Kauf nehmen, aber leider schränken mich die hängenden Hautlappen an Bauch, Brust, Beinen, Armen und Po doch mehr und mehr im Alltag und vor allem bei Bewegungen und Sport ein.

Vorab sei noch gesagt, dass ich alle meine Möglichkeiten zur Hautstraffung und Vorbeugung gegen die Erschlaffung ausgeschöpft habe. Ich habe von Anfang an hautstraffende und hochwertige Kosmetika verwendet (Anlage 5), habe austrocknende Cremes und Duschbäder vermieden, beim Baden immer auf Ölzusätze zurück gegriffen , die die Haut pflegen und elastisch halten. Durch Massagen zur Durchblutungsanregung habe ich ebenfalls versucht die Hautrückbildung zu aktivieren. Ebenso durch gezielte und regelmäßige Sportübungen (Anlage 6). Fahrräder wurden angeschafft (Anlage 7), mit denen viele Wege (Sohn in die Schule bringen und holen, zur Post, einkaufen, Freunde besuchen, usw.) und natürlich Wochenendtouren erledigt werden, um mehr Bewegung in den Alltag zu bekommen.

Bis zu einem gewissen Punkt ist mir auch gelungen der Hauterschlaffung entgegen zu wirken, nur irgendwann half es auch nicht mehr mehrmals die Woche Sport zu treiben (Anlage 8) und täglich zu cremen und zu massieren. Was nicht heißt, dass ich mit den Maßnahmen aufgehört hätte, im Gegenteil. Sport und Bewegung sind inzwischen ein fester Bestandteil meines Lebens und werden es auch bleiben, da ich es aufgrund der Gewichtsabnahme endlich kann (wenn auch eingeschränkt),

Folgende Bereiche sollen nun wiedergestellt werden:

Bodylift (Bauch, Flanken, Po, Schamhügel):

Durch den enormen Gewichtsverlust haben sich gleich zwei Hautlappen am Bauch gebildet. Zum einen die sog. Haut-/Fettschürze am Unterbauch und zum anderen ein Hautüberschuss am Oberbauch, der über den Bauchnabel hängt.

Trotz permanenter Hygiene, Hautpflege und Behandlung mit verschreibungspflichtigen und –freien Salben (Multilind, Bepanthen-Heilsalbe, Zinksalbe Lichtenstein, Babypuder, Rescue-Salbe) und Tinkturen (Tannolact, Betaisadonna) (Anlage 9) und erhöhter Zufuhr von Vitamin B12 (für Haut und Haar) kommt es immer wieder zu hartnäckigen, rezividierenden Entzündungen und Hautablösungen in den Hautfalten und im Bauchnabel (Anlage 10 + 11).

Diese Stellen sind nicht nur schmerzhaft, sondern auch extrem übelriechend, was mich zu Zeiten dieser Entzündungen in meiner Unbeschwertheit bei Bewegungen und vor allem gegenüber anderer Menschen sehr hemmt, da man es riechen könnte. Zumal sich gerade im Bauchnabel durchaus Wundwasser ansammelt und sich hin und wieder in die Kleidung entleert, was wiederum diesen stechenden Geruch verbreitet.

Durch das Aufliegen der einzelnen Hautareale ist ein „Atmen“ für die Haut bzw. eine Luftzirkulation einfach unmöglich. Auch das Tragen von Mullkompressen, um die Haut trocken zu halten, bewies sich als nicht hilfreich. Denn durch die entstandene Feuchtigkeit kleben die Mulleinlagen an der Haut und verursachen beim Entfernen Schmerzen und unter Umständen reißt die eh schon sehr gereizte Haut auf.

Ein weiterer Punkt ist die Beeinträchtigung beim Sport. Gerade beim Radfahren (oder bei schlechtem Wetter auf dem Hometrainer) kommt es zu Einschränkungen, da die Haut einfach „im Weg“ ist. Selbst beim Schwimmen ist es kein schönes Gefühl, wenn der Bauch im Wasser beim Bahnenschwimmen hin und her schwingt. Selbst der festeste Badeanzug bringt da keine 100%ige Abhilfe.

Im Alltag lässt sich dieses Problem zwar mit guter Miederwäsche (Anlage 12) in den Griff kriegen, aber auch nur bis zu einem gewissen Grad. Denn das ständige Tragen dieser enganliegenden und formenden Wäsche führt zu erhöhter Schweißbildung in den Hautfalten. Von den Druckstellen, die die Kompressionsware hervorruft mal ganz zu schweigen (Anlage 13).

Brust:

Leider ist meine Brust durch die starke Abnahme in keinster Weise leichter oder kleiner geworden, sondern hat völlig ihre Form verloren und hängt unbeschreiblich herunter, da bildlich gesprochen die Auflagefläche „Bauch“ fehlt.

So trage ich bei einer Körpergröße von gerade einmal 150 cm eine BH-Größe von sage und schreibe 75 F bis 70 H (Anlage 14)! Und selbst das ist noch knapp. Mal vom optischen Erscheinungsbild abgesehen, bereitet dies, wie Sie sich sicher vorstellen können, enorme Schmerzen in Rücken, Nacken und Schultern.

Nicht selten habe ich Beschwerden im Brustwirbelbereich, weil die Brüste einfach mit ihrem Gewicht nach vorne ziehen und ich dies versuche mit extrem aufrechten Sitzen und Laufen zu kompensieren. Auch die mir vom Hausarzt verordneten Rückenmuskelaufbauübungen (Anlage 15) brachten bisher nicht den gewünschten Erfolg. Schultern und Nacken quittieren die Last der BH-Träger mit Verspannungen, die sich wiederum in Muskel- und Kopfschmerzen wiederspiegeln. Jeden Abend creme ich die entstandenen Druckstellen ein, damit sich die Haut über Nacht erholen kann und es nicht zu wunden Stellen oder gar Blutergüssen (Anlage 16) kommt.

Die o.g. Hautentzündungen im Bauchbereich setzen sich natürlich unter der Brust fort. Wobei sich hier die Behandlung als noch etwas schwieriger gestaltet, da der BH unweigerlich unter der Brust aufliegt und die wunden Stellen immer weiter schmerzhaft reibt. Kein noch so guter und teurer BH (Anlage 17) konnte dies bisher vermeiden. Und ohne BH? Das geht überhaupt nicht bei dieser Größe, zumal die Schmerzen sich dann nicht nur im Rücken, sondern auch in der Brust selbst in Form von starkem Ziehen am Brustansatz breit machen.

Dass Sport mit diesen großen Brüsten nur eingeschränkt möglich ist, brauche ich Ihnen wahrscheinlich nicht großartig erläutern. Es sei nur kurz dazu gesagt, dass mir einiges an Sport versagt bleibt, da es einfach nicht durchführbar ist. Kein Sport-BH vermag diese Massen zu bändigen. So sind tanzen, reiten und Aerobic einfach nicht durchführbar, wenn man bedenkt das da kein unerhebliches Gewicht vorne von links nach rechts, von unten nach oben schwingt und dementsprechend an Schultern und Rücken zerrt. Aber gerade diese Sportarten sind es, die mir am Herzen liegen, da ich sie früher jahrelang betrieben habe und es auch gerne wieder tun würde.

Oberschenkel:

Betroffen sind hauptsächlich die Innenseiten beider Oberschenkel, die sehr erschlafft sind und in Falten nach unten hängen. Unten am Knie bilden sich dadurch regelrechte „Hautberge“, die die Bewegung einschränken. Gerade das linke Knie leidet dadurch und macht inzwischen einiges an Problemen, wegen der falschen Gehweise und der abnormen Belastung.

Auch hier kommt es beim Sport zu Behinderungen. Beim Radfahren / Hometrainer scheuern die Oberschenken am Sattel entlang. Ich muss also immer penibel drauf achten, dass sich die Innenseiten nicht wund scheuern und dort auch noch Ekzeme entstehen. Was ich jedoch nicht verhindern kann, ist, dass die Haut dort inzwischen sehr verfärbt, rau und rissig geworden ist. Creme hin oder her.

Beim Schwimmen empfinde ich es zwar nicht als schmerzhaft, aber als sehr unangenehm, wenn bei jedem Schwimmzug die Oberschenkel im Wasser vor und zurück rucken.

Aber auch im normalen Alltag machen sich diese Hautüberschüsse bemerkbar. Das normale Laufen in ist ein Spießrutenlauf. Ruck zuck reiben sich die Beine innen gegeneinander wund. Eine schmerzhafte und langwierige Angelegenheit, die sich jetzt im Winter noch in Grenzen hält. Aber was passiert im Sommer, wenn ich Kleider und Röcke trage und die Haut direkt aufeinander reibt? Ich kann es mir bildlich vorstellen und gerne drauf verzichten.

Oder der alltägliche Gang auf die Toilette. Mir ist es schon des Öfteren passiert, dass ich mir beim Hinsetzen die Haut empfindlich eingeklemmt habe. Ich muss also aufpassen wie ich mich irgendwo hinsetze.

Schamhügel:

Ein mir wirklich peinliches Thema, aber ich möchte trotzdem kurz darauf eingehen. Natürlich sind die Fettpolster auch hier geschmolzen und haben Haut zurückgelassen. Ich hätte nie im Leben gedacht, das genau dort auch Haut hängen kann. Tut sie aber, und das nicht zu knapp. Es gibt zwar keine großen Auswirkungen auf Sport oder sonstiges, aber es entsteht vermehrt Geruch, den ich durch verstärkte Hygiene (manchmal sogar mehrmals am Tag) versuche in den Griff zu bekommen. Eine gewisse Befangenheit stelle ich in meinem Sexualleben ebenfalls fest.
ich in meinem Sexualleben ebenfalls fest.

Diese Straffung wird im Rahmen des Bodylifts mitgemacht und würde keinen separaten Eingriff erfordern.

Oberarme:

Der sog. „Winkerarm“ lässt grüßen. Leider in einem viel größeren Ausmaß, als ich jemals vermutet hätte. Anfangs dachte ich, egal – wie oft winkt man schon mit erhobenem Arm. Leider wurde ich eines besseren belehrt.

Es ist nicht das Winken, das Probleme macht, sondern die ganz normalen täglichen Sachen. Das geht schon beim Anziehen und Zähneputzen los. Man glaubt gar nicht, wie oft man seine Arme nach oben nimmt und irgendetwas macht, wenn es einem nicht ständig durch wabbelnde Haut bewusst gemacht wird.

Gerade beim Kleidungskauf entpuppt es sich als problematisch. Viele Sachen passen zwar am Körper, aber die Arme passen nicht rein.

Nachts liege ich meistens auf der Seite. Wie oft bin schon wach geworden, weil ich mir einfach die Haut am Arm geklemmt habe? Unzählige Male.

Die Straffung der Oberarme wird mit der Bruststraffung kombiniert und bedarf ebenfalls keiner zusätzlichen Operation.





Deswegen habe ich mich nach vielen Überlegungen und mit Zustimmung meines Hausarztes - Dr. XXX in XXX - (Anlage 18), meiner Frauenärztin – XXX in XXX – (Anlage 19), meinem Orthopäden – Dr. XXX in XXX - (Anlage 20) und meinem Hautarzt – Dr. XXX in XXX – (Anlage 21), entschlossen einen Facharzt für plastische Chirurgie aufzusuchen und mich beraten zu lassen.

Die Eingriffe werden von Herrn Dr. XXX in XXX vorgenommen. Eine Empfehlung und die Vorgehensweise der einzelnen Eingriffe liegen diesem Antrag bei (Anlage 22).

Ich habe mich ausführlich mit dem Thema Wiederherstellungs-Chirurgie beschäftigt und mich bezüglich OP-Möglichkeiten, OP-Methoden, Voraussetzungen, Risiken, Auswirkungen und Nachsorge, sowie mit der Operation einhergehenden weiteren Lebensweise und der notwendigen Mitarbeit (Compliance) meinerseits ausgiebig informiert (Anlage 23). Mir ist vollauf bewusst, dass diese Operationen an einem an sich gesunden Körper durchgeführt werden. Jedoch sehe ich darin meine einzige Chance mein Leben zu 100% so zu führen, wie ich es gerne möchte. Ohne ständige Einschränkungen und teilweise erheblich Beschwerden und Schmerzen, die sich im Sommer, wenn es heiß wird und man vermehrt schwitzt, bestimmt noch um ein vielfaches verstärken werden und durchaus zu massiven Pilzinfektionen führen können – und das mein Leben lang.

Um Ihnen und mir ein langwieriges und zusätzlich verteuerndes Widerspruchsverfahren zu ersparen, bitte ich Sie, mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, damit ich in Zukunft endlich wieder ein lebenswertes und normales Leben führen kann, indem ich wieder all meinen vielfältigen Interessen und sportlichen Hobbies nachgehen kann.

In Hoffnung Ihrer positiven Antwort

verbleibe ich mit freundlichen Grüßen





Nicole Kuhne









 

Anlagen:

 

  • Vorher/Nahher-Bilder
  • Statistik der Abnahme nach Schlauchmagen OP
  • meine Erartungen die dem Antrag auf Magen OP beilagen
  • Laborberichte aller Follow Up Untersuchungen
  • Rechnung Kosmetika
  • Rechnung Swingstick, BBP DVDs, usw.
  • Rechnung Fahrräder
  • Sporttagebuch
  • Rechnungen, Rezepte Salben und Co.
  • Bilder der Entzündungen in der Bauchfalte und im Bauchnabel
  • Rechnung Miederwäsche
  • Bilder der Druckstellen von der Miederware
  • Rechnung BH mit Größenangabe
  • Rückenübungen vom Hausarzt
  • Bilder Bluterguss vom BH Träger
  • Rechnung der teuren BHs
  • Attest Hausarzt
  • Attest Frauenärztin
  • Attest Orthopäde
  • Attest Hautarzt
  • Attest plastischer Chirurg
  • Auszüge aus Foren
  • umfangreiche Ganzkörper-Bildergalerie aller Problezonen (auch wenn es schwer fiel)

Kostenzusage:

Kostenzusage zum Bodylift (einschl. Schamhügel), Straffung der Brust, Oberschenken und Oberarme

Guten Tag Frau Kuhne,

hiermit bestätigen wir, dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Leistungen vorliegen. Die Kosten der o.g. Leistungen werden im rahmen einer Krankenhausbehandlung in Höhe der vertraglich vereinbarten Fallpauschale übernommen. Voraussetuung hierfür ist, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme einer Versicherung bei der mhplus Betriebskrankenkasse besteht und die Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus erfolgt.

Die Kostenübernahme umfasst die allgemeinen Krankenhausleistungen. Zusätzzlich mit dem Krankenhaus oder Ärzten vereinbarte Wahlleistungen (Privatleistungen) können zu Lastem der mhplus leider nicht in Anspruch genommen werden.

Wir wünschen Ihnen eine gute und vor allem erfolgreiche Behandlung.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen.

Freundlichen Grüße
Ihre mhplus



 

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